01.02.2018     07.05.2021
  Vorteile der Direktabrechnung
Erfahren Sie hier, weshalb wir grosse Advokaten der Direktabrechnung mit den Kassen sind und eine Factoringlösung fast nie das Richtige ist.


Für die Abrechnung über die Obligatorische Grundversicherung mit den Leistungsträgern (Versicherungen) gibt es heute im Wesentlichen zwei Systeme: 

  1. Abrechnungen über Factoring-Dienstleister wie die Ärztekasse, h-Clearing oder curaBill (Swisscom), nachfolgend als Factoring-Lösung bezeichnet.
  2. Direkte Abrechnung mit den Versicherern

Die grosse Frage ist natürlich nun, was denn der Unterschied ist und welches System für mich als Therapeut besser ist.

 

Unterschiede

Der grosse Unterschied zwischen der Direktabrechnung (mit eLogo) und einer Factoring-Lösung liegt vereinfacht gesagt beim Geldfluss:

  • Bei der Direktabrechnung schicken Sie die Rechnungen elektronisch zu den Versicherungen und diese schicken Ihnen nach der Prüfung das Geld direkt auf Ihr Konto. Ist etwas nicht korrekt mit der Rechnung, erhalten Sie stattdessen eine Rückweisung direkt in eLogo. eLogo prüft im Übrigen schon über 50 Parameter vor dem Versand, so dass Sie relativ wenig Rückweisungen haben werden. Wichtig ist: Sie erhalten in jedem Fall das Geld direkt und ohne Umwege von der Versicherung
  • Bei einer Factoring-Lösung schicken Sie die Rechnung auch an die Versicherungen, allerdings bezahlen die Versicherungen des Geld an die Factoring-Stelle, z.B. die Ärztekasse. Die Factoring-Stelle macht dann eine periodische Abrechnung und schickt Ihnen das Geld auf Ihr Konto nach der Anzahl Tagen, die im Vertrag festgelegt ist. D.h. das Geld kommt nur indirekt zu Ihnen. Normalerweise treten Sie mit einem solchen Vertrag alle Ihre Forderungen gegenüber den Versicherungen an die Factoring-Firma ab.

 

Welches System ist für mich als Therapeut von Vorteil?

Wir sind natürlich Advokaten der direkten Rechnungsstellung, dies aus mehreren Gründen:

  • Transparenz: das System ist sehr transparent, Sie haben jede einzelne Transaktion auf Ihrem Konto und können alles einfach kontrollieren. eLogo unterstützt Sie mit der automatischen Debitorenkontrolle. Eine Factoring-Lösung mit allen Kostenfolgen im Detail zu verstehen, ist sehr sehr schwierig. Gerne helfen wir Ihnen bei der Kostenkalkulation.
  • Kosten: bis zum heutigen Tag haben wir keine Factoring-Lösung gesehen, die ein gutes Kosten-/Nutzenprofil aufzeigt. Wenn Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit Liquidität benötigen, gehen Sie lieber zu einer Bank. Das ist in fast allen Fällen einiges günstiger. Im Vergleich zu eLogo ist es immer teurer, da Sie das Factoring immer zusätzlich bezahlen.
  • Buchhaltung: Sie können alle Transaktionen/Debitoren automatisch in eLogo prüfen und sind nicht abhängig von einem Dritten. Sie können jede einzelne Transaktion für die Buchhaltung exportieren.
  • Liquidität: die Versicherungen bezahlen im aktuellen Negativzinsumfeld extrem schnell, d.h. Sie haben in vielen Fällen das Geld schneller als über eine Factoring-Stelle. Da wir eine Flat-Rate anbieten können Sie Behandlungen bei Liquiditätsengpässen auch «gesplittet» abrechnen, da es keine Rolle spielt, wie viele Rechnungen Sie senden: so können Sie z.B. die ersten 4 Behandlungen schon vor dem Ende der Verordnung abrechnen und dann die restlichen 5 nach dem Abschluss der ganzen Behandlung.
  • Unabhängigkeit: wir als Softwareanbieter haben mit Ihrem Geld nichts zu tun und sind deshalb komplett unabhängig. Das heisst, wir können immer die für Sie beste Option anbieten, da wir keine Interessenkonflikte haben.
  • Zahlungsmoral: wenn Sie vor allem im Tiers Payant abrechnen (OKP), dann ist die Zahlungsfrist wie oben erwähnt sehr kurz. Wenn Sie keine Rückweisung erhalten, wird die Rechnung eigentlich immer bezahlt. Das bedeutet, dass Sie fast keine Mahnungen machen müssen (wobei eine Mahnung auch nur einen Klick entfernt wäre). Die Versicherungen sind ausgezeichnete Schuldner, Sie haben deshalb auch kein Ausfall-Risiko. Zudem: alle Factoring-Verträge, die wir bis jetzt gesehen haben, schliessen das Ausfall-Risiko aus. D.h. Sie müssen dann den Betrag bei einem kundenseitigen Zahlungssusfall dem Factoring-Stelle zurückzahlen.
  • Risiko: grundsäztlich ist Ihr Ausfallrisiko geringer, da Sie nicht nur von einem einzigen Akteur (Ihrer Factoring-Stelle) abhängig sind, sondern das Risiko über alle Versicherer gestreut wird. Allerdings sind die auf dem Markt operierenden Inkassostellen gut aufgestellt, was das Risiko sehr klein macht.
  • Kostentransparenz: häufig sind die Kosten der Abrechnung über eine Inkassostelle umsatzabhängig. Damit ist es schwierig, die Kosten vorab genau zu wissen.

 

Factoring ist kein richtiger Kredit!

Uns erreichen immer wieder Anfragen bezüglich des Factoring. Oft wird das Factoring falsch interpretiert: mit einer Factoring-Lösung erhalten Sie Ihr Geld schneller, als wenn Sie auf die Zahlung der Kasse warten. Damit können Sie sich eine gewisse Liquidität kaufen. Eine Factoring-Lösung bedeutet aber nicht, dass Sie plötzlich mehr Geld haben! Sie bekommen maximal den fakturierten Betrag!

Ein klassicher Fall ist die Praxisgründung: bis alle Therapeuten ausgelastet sind, verlieren Sie normalerweise Geld. Die Einnahmen sind kleiner als die Ausgaben, Sie müssen bereits Löhne bezahlen, können aber noch nicht viele Therapiestunden fakturieren. In diesem Fall bringt Ihnen das Factoring gar nichts, denn Sie bekommen wie gesagt nicht mehr Geld als fakturiert wurde, um die zusätzlichen Ausgaben zu decken. Sie brauchen aber trotzdem mehr.

In diesen Fällen empfehlen wir immer, bei einer klassischen Bank um einen Kontokorrent anzufragen. Damit haben Sie die Möglichkeit, Ihr Konto bis zum vertraglich festgelegten Maximum zu überziehen. Darauf bezahlen Sie natürlich einen Zins. Dieser ist aber praktisch immer günstiger als die Factoringlösung und Sie haben tatsächlich auch mehr Geld zur Verfügung. Da über die Zeit Ihre Einnahmen grösser werden als die Ausgaben, sinkt der Kontokorrent dann stetig, bis Sie diesen nicht mehr benötigen.

 

Factoringkosten zu berechnen ist eine Kunst

Zugegeben, der Titel ist ein wenig reisserisch. Das Problem sind nicht die Kosten per se, diese können Sie leicht anhand Ihres Umsatzes und Ihrer Anzahl Rechnungen kalkulieren. Die Kunst liegt darin, zu wissen, was Sie mit diesen Kosten kaufen. Oder anders gesagt, mit was diese Kosten zu vergleichen sind.

Sie kaufen sich Liquidität. Andere Anbieter von Liquidität sind, keine Überraschung hier, klassische Banken. Also bleibt Ihnen am Ende nicht viel mehr übrig, als Ihren Liquiditätsbedarf abzuschätzen. Danach können Sie vergleichen, ob die Kosten für das Factoring kleiner sind als die Kosten für einen Kontokorrent bei Ihrer Hausbank für die benötigte Liquidität. Wenn Sie den Blog aufmerksam gelesen haben, kennen Sie die Antwort schon im Voraus.

 

Fazit

Aus unserer Sicht macht es heute eigentlich keinen Sinn mehr, mit einer Factoringstelle zusammenzuarbeiten. Dank der elektronischen Rechnungsstellung, der Vorprüfung durch die Software und der automatischen Debitorenkontrolle haben Sie keine Nachteile. Stattdessen können Sie viel mehr von den obgenannten Vorteilen profitieren und viele Kosten sparen.